Leutasch


Leutascher Geisterklamm (Tirol)

 

29.06.14 

Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm

Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm    Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm Höllbrücke
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
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Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm

 

Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke
Leutascher Geisterklamm Panoramabrücke

Die Sage vom Leutascher Klammgeist

 

Die Sage berichtet von einem Geist, der tief unten in der Klamm am Ende des Leutascher Tales haust.

Jahrhundertelang glaubten die Menschen, es sei ein Geist, der von den Gebirgen herabgestiegen sei und sich in der unzugänglichen Klamm versteckt habe. Andere vertraten die Ansicht, es würde sich um einen Dämon handeln, der als überirdisches Wesen zusammen mit Kobolden den Ausgang des Leutaschtales in Richtung Norden bewacht. Diese Kobolde pflegten  bei nächtlichen Reigen zu wundersamer Musik zu tanzen, die sich besonders im Frühjahr, wenn die Leutascher Ache voll von Schmelzwasser ist, zu einem wahren Fortissimo steigert. Manchmal hat man auch den Klammgeist in Mittenwald gesehen, wenn er feenhaft über die Felder geflogen ist und das taufeuchte Gras des Sommermorgens mit spühenden Goldfunken überzogen hat. Fußabdücke konnte man jedoch keine finden, nur versengtes Gras, das wie Gold glänzte; doch als die Menschen es berührten oder gar aufheben wollten, zerfiel es zu Asche. Nichts von diesen Erzählungen erklärt die wahre Herkunft des Klammgeistes, der schon tausende Jahre in dieser Region sein Unwesen treibt.

Es war vor 20.000 Jahren, als mächtige Eisströme vom Inntal kommend das Leutaschtal zudeckten und sich über den Buckel des Franzosensteigs wie ein riesiges, behäbiges Tier nach Norden wälzten. Der Klammgeist hatte sich indes auf die höchsten Gipfeln des Wettersteins zurückgezogen und eine kleine Ewigkeit auf wärmere Zeiten gewartet. Er sprang mit List und Geschick von Gipfel zu Gipfel, denn als Gebirgsgeist war er hier in seinem Reich, das er mit verwunschenen Bergdaämonen und Gletscherkobolden teilte. Diese waren bekannt dafür, dass sie tagsüber Pflanzen sammelten und die Gipfel damit verzierten. Vor allem die Silberwurz gehörte zu ihren Lieblingen, die sie hegten und pflegten wie einen Schatz. Sonst war nicht viel los in den eisigen Höhen, die von einer weißen, festgefrorenen Wüste aus Eis und Stein umgeben waren. Langeweile kehrte ein, doch allmählich bemerkte der Geist, dass sich etwas regte an den Gletscherströmen und diese an Höhe zu verlieren begannen. Plötzlich waren immer mehr Gipfel und Bergrücken frei vom ewigen Eis.

Sogleich begannen die Elfen an den eisfreien Hängen wilde Freudentänze aufzuführen und traten dabei viel Gestein los, das auf die noch vorhandenen Eisströme purzelte. Der Klammgeist sah sich dieses Schauspiel mit Genuss an, lehnte sich zurück und formte unter seinem Gewicht den runden Buckel der Hohen Munde. Immer mehr Eis schmolz zu Wasser, das sich zu reißenden Strömen sammelte. Plötzlich enstand ein neues Hochplateau mit einem nackten, unwirklichen Talboden. Es mögen bereits 5.000 oder 6.000 Jahre vergangen sein, so genau wusste es der Klammgeist auch nicht, denn Zeit und Raum spielen für ihn als Bergdämon keine Rolle. Jedenfalls wurden die grollenden Bäche zu seinem neuen Spielzeug. Er ließ sich von den Wellen abwärts tragen, schwingend und springend durch die Fluten und Wasserwalzen, schoss er wieder talaufwärts, um das Schauspiel von neuem zu beginnen. Geröll und Sandkörner trübten das Wasser, das wundersam blau leuchtete. Vor allem bei Mondlicht hüllte es sich in einen gleißenden Silberschein, der sich in der grauen, öden Gebirgslandschaft mit seinem Widerschein spiegelte. Allmählich beruhigte sich die Szenerie und das Eis war gänzlich verschwunden. Es dauerte nicht lange, und die Landschaft begann sich ein grünes Mäntelchen überzustülpen, vorerst noch ganz zaghaft und aus Moosen und Flechten gewebt, doch bald holte der Klammgeist die Gebirgspflanzen herab , die er einst zusammen mit den Elfen behütet hatte. Er schüttete die Pracht der Silberwurz über den Flussauen aus, die sich entlang des Schmelzwasserstromes gebildet hatten. Der Fluss ruhte inzwischen in einem deutlichen Bachbett, als der Klammgeist am Ausgang des Tales eine bizarre Entdeckung machte. Der Fels zeigte hier plötzlich tiefe Rinnen und geheimnisvolle Töpfe, in denen das Wasser zu brodeln schien. Der Bach schoss über blanke Geländestufen in die Tiefe, die jedoch dem steten Nagen und Schleifen nicht Stand halten konnten. Immer bizarrer und grandioser waren die Rinnen und Schluchten und so eng, dass sich der Geist kaum hindurchzwängen konnte. Seitlich ragten die Felswände auf, von denen er leichtfüßig von einer Seite zur anderen sprang, erwartungsvoll und mit unheimlicher Geschicklichkeit.

Als der Klammgeist eines Tages wieder ins Tal zurückkehrte, hatte sich Vieles verändert. Seltsame Wesen hielten in seiner Landschaft Einzug, die allerlei merkwürdige Tänze, Bräuche und Jagden veranstalteten. Manche verfolgten die spärlich vorhandenen Tiere, andere wiederum zogen Furchen in die Erde, um die Samen seiner Pflanzen darin zu vergraben.

 

Die Wesen hatten sich dafür den schönsten Ort des Tales ausgesucht, wo der Gletscherstrom einen kreisrunden See hinterlassen hatte und in dem sich allabendlich die golden funkelnde Bergsonne spiegelte. Als die Wesen den Klammgeist bemerkten, warfen sie nach ihm, wollten ihn verjagen, vertreiben, vielleicht sogar erlegen. Da fühlte sich der Klammgeist um den Lohn seiner Arbeit gebracht, die er Jahrtausende verrichtet hatte, um dem Land ein Gesicht zu geben. Er beschloss, sich in sein Reich am Ende des Tales zurückzuziehen, das mittlerweile so bizarr und tief war, dass es für lange Zeit für andere Wesen unzugänglich sein würde. Der Bach hatte ihm eine Fülle von Spielereien und Ausschmückungen geschaffen, so dass er sich wie  in einem Schloss zuhause fühlte: Gumpen, Mühlen, Wirbel, Sprudel, Wasserfälle, die wie ein Feuerschweif zwischen den Felsen herabschossen; sprühende Kaskaden, die einem Feenschleier glichen.  Der Klammgeist hatte sein neues Reich gefunden. Lange, lange Zeit konnte er hier ungestört seinen Schabernack treiben. dann endeckte er, dass das Wasser Kostbarkeiten mit sich führte, die er in Höhlen hinter den Strudeln zu sammeln begann.

Es waren dies feiner Goldstaub, der aus den Bergtälern ausgewaschen wurde; türkisblaue Kristalle, die von den Eisriesen stammten; Erze, die sich zu Schmuck verarbeiten ließen. So häufte er eine Menge an Schätzen an, die er ab und zu auf den Feldern am Ausgang seiner Klamm verstreuen musste, wenn seine Schatzkammern zu voll waren. Das beobachteten die Wesen, die inzwischen zu Menschen geworden waren, mit großer Arglist. Reichtum schwebte ihnen vor Augen, also musste man dem Geist in der Klamm auf die Schliche kommen. Immer wieder versuchten es Wagemutige, in die Enge der tosenden Schluchten vorzudringen, doch wurden sie alle vom Geist in die Tiefe gerissen und verschwanden auf Geheimnisvolle Weise.

Später tranken sich die Menschen Mut an und versuchten es von der Nordseite her, wo inzwischen ein schmaler Waldpfad vom Isartal ins Hochtal führte. Aber sobald der Geist die Eindringlinge bemerkte, zog er auch diese in sein Reich hinab.

Ein unsagbarer Schmerz und tiefe Enttäuschung erfüllten den Klammgeist, der sich immer tiefer in die glasklaren Gumpen und wallenden Strudel zurückzog. Er ward fortan nicht mehr gesehen, hinterließ aber Spuren seines Ärgers. Er ritzte zum Beispiel waagrechte Linien in die Felswände nahe der Klamm oder durchsetzte sie mit Schrammen und kleinen Hindernissen, so etwa beim "Bartl" hoch über dem Isartal. Dann begann er mit allerlei Steinen um sich zu werfen, die er schon früher aus fernen Gebirgen zusammengetragen hatte. Da war ein grünlicher Brocken dabei, den er vom Oberlauf des Inn vor vielleicht 15.000 Jahren herbeigeschafft hatte, oder ein besonders auffälliger Schieferstein, der aus den Zentralalpen stammte. Ab und zu zertrümmerte er einen dieser Findlinge und vermengte den kleineren und größeren Gesteinsstaub mit dem Schutt, der rund um die Klamm liegen geblieben war. Er hatte gar keine Lust, ihn aufzuräumen, denn die Menschen waren es ihm nicht mehr wert, ihnen weiterhin Gutes zu tun. Auch den großen tiefen See, der unterhalb der Klamm das Tal bis auf eine Höhe von 950 Metern ausfüllte, ließ er aus und schwemmte alles Unliebsame über den Fall hinab bis in den Raum Tölz jenseits der Alpen.

An den Rändern blieben feine Spuren von Kreide zurück, die er selbst sehr maßvoll nutzte, die Menschen aber beuteten die Kreide bald rücksichtslos aus. 

Doch manche Menschen lernten inzwischen, dass sie dem Geist respektvoller begegnen müssten. Sie errichteten ein kleines Steinhäuschen am Nordrand der Klamm, um den Geist gütig zu stimmen, um ihn zu beschwichtigen, aber auch um an die vermeintlich Mutigen zu erinnern, die versucht hatten, den Geist aus seinem sprudelnden Schloss zu locken. Sie nannten es "Höllkapelle" denn nach wie vor war die grolende Schlucht für sie ein geheimnisvoller Ort, dem man sich kaumnähern konnte und sollte. 

 

Es vergingen Jahr um Jahr, unzählige Sommer zogen durchs Land, und der Geist hatte sich zusammen mit dem Bach immer tiefer in sein Felsenschloss zurückgezogen, als einfühlsame Menschen mit dem Klammgeist endlich ein Abkommen treffen konnten. Sie durften sein Reich mit einem Weg versehen, würden ihm dafür aber jenen Respekt zollen, der ihm als urweltlicher und ewiger Klammgeist zustand. Man einigte sich, und so ließ der Geist es zu, dass seine Klammheute von Menschen besucht werden darf. Wenn man Glück hat, aufmerksam ist und still über die Stege gleitet, ohne den Glanz und die Harmonie der Klamm zu stören, zeigt sich der Klammgeist vielleicht dem einen oder anderen Wanderer. In jedem Fall wird man aber seine reichen Schätze und den herrlichen Schmuck aus schimmernden Schleiern, unendlich bunten Regenbögen, zarten Kronen auf dem Wasser oder goldenen Funken über den Strudeln sehen, die er zur Freude der Besucher immer wieder zum Vorschein bringt, wenn man mit sprachlosen Staunen die Klamm durchquert. Dazu kommt das Hämmern und Grollen des Wassers, das tief unter den Stegen das Gestein zerfurcht und wundersame Konturen in den harten Fels wäscht.

 

Ob der Klammgeist wieder einmal auf einer Felsenplatte in den Steilhängen sitzt oder von einer Kaskade zur anderen huscht oder aus einem tosenden Wirbel auftaucht, man weiß es nicht. Aber möglich ist es jeden Augenblick!

Leutasch 07.07.14

Leutasch
Leutasch
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Leutasch
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Mittenwald, auf dem Weg zur Leutaschklamm 30.06.14

Mittenwald
Mittenwald

Leutaschklamm / Mittenwald (Bayern)  30.06.14

Leutaschklamm Eingang
Leutaschklamm Eingang
Leutaschklamm
Leutaschklamm
Leutaschklamm
Leutaschklamm
Leutaschklamm
Leutaschklamm
Leutschklamm
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Leutaschklamm
Leutaschklamm
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Leutaschklamm

Leutaschklamm
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